Lehrgang
Fachplaner/-bauleiter
Der 2025er Lehrgang startet am 17. Sep. 2026. Sind Sie dabei?
Neue Schulung
Fluchtwegtüren (EltVTR)
Verfügbar als Inhouse-Seminar oder offenes Webinar am 25. Sep. 2026.
Wir haben häufige Fragen zum Lehrgang und unsere Antworten darauf zusammengestellt. Dies soll Ihnen helfen, sich ein besseres, differenziertes Bild zu machen. Sehr gerne beantworten wir Ihre Fragen auch persönlich. Sie können uns unter Tel. 0221 47682394 oder per E-Mail an info@dfatt.de kontaktieren.
Der Lehrgang zum Fachplaner bzw. Fachbauleiter für Türtechnik ist eine nebenberufliche Fortbildung für planende, ausführende und beratende Fachkräfte mit signifikanten Erfahrungen im Umgang mit funktionalen Türen. Er umfasst zehn ganztägige Seminare, fünf Webinare, eine Hausarbeit und eine Abschlussprüfung, die in einem Zeitrahmen von drei Monaten stattfinden. Vermittelt werden Grundkenntnisse zu Türen, Wissen zur Türtechnik sowie wesentliches rechtliches und methodisches Know-how, um als Fachplaner und Fachbauleiter die Qualitätssicherung für funktionale Türen zu übernehmen.
Der Lehrgang wurde von der DFATT erstmals im Herbst 2022 durchgeführt und findet seither jährlich statt. Im September 2026 startet der fünfte Lehrgang. Alle kommenden Termine sind auf der Website der DFATT einzusehen.
Geplant ist jeweils ein Lehrgang pro Jahr, der von Mitte September bis Anfang Dezember stattfindet.
Der Lehrgang wurde von den Gründern der DFATT, Josef Faßbender und Andreas Steynes, in Zusammenarbeit mit den Autoren des Fachbuchs „Leitfaden Türplanung“, Günther Weizenhöfer und Oliver Roth, entwickelt. Zur Ausarbeitung einzelner Lerninhalte wurden verschiedene Experten hinzugezogen.
Grundgedanke des Lehrgangs ist, dass Planer und Bauleiter Hand in Hand arbeiten und einander verstehen müssen, damit funktionale Türen korrekt und nutzungsgerecht geplant und ausgeführt werden. Deshalb finden beide Qualifizierungen nicht getrennt, sondern komplett gemeinsam statt. Dem Feedback der Teilnehmer folgend werden seit 2024 alle Lerninhalte zusammengelegt; die jeweiligen Perspektiven von Planung und Bauleitung werden dabei konsequent in allen Themen herausgearbeitet.
Übergeordnetes Ziel ist es, die Teilnehmer mit Lösungswegen vertraut zu machen, sodass sie den an sie gerichteten Erwartungen als Fachbauleiter bzw. Fachplaner für Türtechnik gerecht werden und die Qualitätssicherung für funktionale Türen von der Planung bis zur Übergabe an den Betreiber übernehmen können. Deshalb wird neben der Vermittlung von Fachwissen im Lehrgang besonders auf die Methodik in der Fachplanung und Fachbauleitung gesetzt, die in der Hausarbeit eine erste praktische Anwendung findet.
Funktionale Türen erfüllen spezielle Anforderungen aus einem oder mehreren Funktionsbereichen. Zu diesen Bereichen gehören der Brandschutz (was den Schutz vor Feuer und Rauch umfasst), der Schallschutz, der Einbruchschutz, der Strahlenschutz, die Schusssicherheit oder die Barrierefreiheit. Auch aus der Verwendung von Türen in Funktionsbereichen wie Flucht- und Rettungswegen, Arbeitsstätten, Wohnstätten, Versammlungsstätten etc. ergeben sich funktionale und regulatorische Anforderungen. Gemäß ihrer Verwendung muss die Türe alle regulatorischen Vorgaben erfüllen. Hinzu kommen Wünsche an Beschaffenheit, Design und Komfort. Solche Türen werden (multi-)funktional genannt.
Für die Hausarbeit arbeiten die Teilnehmer in gemischten Kleingruppen aus angehenden Fachplanern und angehenden Fachbauleitern zusammen: Die Planungsunterlagen eines anspruchsvollen Bauprojektes sind auf Fehler zu prüfen, für spezielle Aufgaben sind Lösungen zu entwickeln und zu begründen – sowohl aus Planungs- als auch aus Bauleitungsperspektive. Das Ergebnis ist von der Gruppe gemeinsam am Prüfungstag im Plenum zu präsentieren und gegenüber Rückfragen des Prüfers zu verteidigen.
Fachplaner für Türtechnik legen mit ihrer Arbeit die Grundlage für die technisch und regulatorisch korrekte Ausstattung von Türen. Dabei ist es ihre Aufgabe, die funktionalen Anforderungen im Spannungsfeld verschiedener beteiligter Akteure (Bauherr, Nutzer, Betreiber, Versicherer, …) und Themenfelder (Brandschutz, Arbeitsschutz, Barrierefreiheit, …) zu identifizieren, zu bewerten und schließlich eine Festlegung für die Beschaffenheit der Türe zu treffen. Oft übernehmen sie auch die Ausschreibung bzw. Bestellung der Türen sowie die Übergabe an den Fachbauleiter für Türtechnik.
Fachbauleiter für Türtechnik übernehmen die Ausführung und Qualitätssicherung für die bauliche Umsetzung der Planung. Zum Aufgabenspektrum gehören die Überprüfung der Fachplanung für die Türen, die Kontrolle der gelieferten Bauteile sowie der Einbausituation. Ihnen obliegt die Einweisung, die Koordination sowie die Kontrolle der verschiedenen Gewerke im Bereich der Montage. Sie sind Ansprechpartner für Brandschutz und Feuerwehr. Sie führen die Funktionskontrolle, die Abnahme und Inbetriebnahme der Türen durch. Auch die Dokumentation und die Betreibereinweisung werden von Fachbauleiter/innen für Türtechnik geleistet.
Im Lehrgang werden Planer zu Fachplanern und Bauleiter zu Fachbauleitern für Türtechnik fortgebildet. Vorausgesetzt sind fundierte Erfahrungen als Planer bzw. Architekt bzw. als Bau- bzw. Projektleiter oder als technischer Berater. Es werden grundsätzliche Kenntnisse der Aufgaben und Pflichten eines Bauleiters bzw. der Abläufe in Bauprojekten erwartet. Erste Erfahrungen im Umgang mit funktionalen Türen helfen dabei, die verschiedenen Problemstellungen nachzuvollziehen und den Input aus den Schulungen praktisch einordnen zu können.
Die Teilnahmegebühr beträgt aktuell 3.975,00 EUR zzgl. MwSt. je Teilnehmer. Neben den Schulungen sind in dem Preis die Tagesverpflegung bei den Seminaren, die Begleitlektüre „Leitfaden Türplanung“ sowie die Prüfungsgebühr inklusive.
Der Lehrgang findet im Zeitraum von knapp drei Monaten statt und umfasst zehn Seminare und fünf Webinare. Hinzu kommen eine Hausarbeit und eine Abschlussprüfung in Form einer Gruppenarbeit. Der persönliche Aufwand der Teilnehmer zur Nachbearbeitung der Themen sowie zur Ausarbeitung der Hausarbeit und zur Abstimmung in der Gruppe ist ebenfalls zu berücksichtigen, aber hier nicht allgemein zu beziffern.
Acht Präsenzveranstaltungen und die Abschlussprüfung finden in Köln statt, zwei in Leonberg. Alle Veranstaltungsorte sind gut per ÖPNV zu erreichen. Um den Reiseaufwand zu reduzieren, gibt es fünf Online-Veranstaltungen; zudem finden jeweils zwei Präsenztermine aufeinanderfolgend donnerstags und freitags statt.
Bei allen Seminaren ist die Verpflegung der Teilnehmer inklusive: Es gibt je eine Kaffeepause mit Snacks am Vormittag und am Nachmittag sowie eine Mittagspause inklusive Mittagessen. Im Tagungsraum steht Mineralwasser zur Verfügung.
Als Begleitlektüre erhalten Teilnehmer zu Beginn des Lehrgangs das Fachbuch „Leitfaden Türplanung“ (Beuth Verlag, 3. Aufl. 2020 bzw. die 4. Auflage, sobald verfügbar) von Günther Weizenhöfer und Oliver Roth.
Alle Referenten der DFATT sind Experten mit langjähriger praktischer Erfahrung in ihrem Themengebiet. Zu Spezialthemen werden ggf. zusätzlich Gastreferenten aus der Industrie eingeladen, die in einem Kurzbeitrag über technische Möglichkeiten, regulatorische Vorgaben und Trends in einem Segment referieren und Rückfragen beantworten.
Türen mit funktionalen Aufgaben sind komplexe Bauelemente. Sowohl in technischer als auch in regulatorischer Hinsicht werden für diese Türen mittlerweile umfang- und detailreiche Kenntnisse benötigt. Darüber hinaus braucht es Fachkräfte, die den Gesamtüberblick haben, die die Anforderungen verschiedener Interessengruppen berücksichtigen, beteiligte Gewerke koordinieren und insgesamt die Qualitätssicherung rund um funktionale Türen leisten können. Planer und Bauleiter sind für diese Aufgabe prädestiniert. Denn sie können durch ihre Stellung zum Bauherrn sowie ihre fachliche Autorität auf der Baustelle gemeinsam diese Verantwortung in einem frühen Stadium übernehmen. Der Lehrgang der DFATT ist der erste (und soweit uns bekannt bisher einzige), der eine dementsprechende, strukturierte Qualifizierung anbietet.
Bei Bauprojekten kommt es häufig vor, dass funktionale Türen falsch verbaut oder unzulässig ausgestattet werden. Fehlerquellen sind Schnittstellen zwischen Planung und Ausführung sowie zwischen den an der Ausführung beteiligten Gewerken. Oft werden Fehler erst spät erkannt – bei der Abnahme, bei der Überprüfung von Türen im Bestand oder erst bei der Untersuchung nach Schadensfällen. Je später Mängel behoben werden, desto größer ist in der Regel der notwendige Aufwand. Die Kosten für Ausbesserung oder Austausch können erheblich sein; ganz abgesehen von Strafen (etwa der Stilllegung eines Gebäudes) oder gar der Haftung für Sach- oder Personenschäden. Vor diesem Hintergrund leitet sich der Bedarf der Qualifizierung zum Fachplaner bzw. Fachbauleiter für Türtechnik nicht zuletzt aus dem Anspruch sachkundigen, verantwortungsvollen und wirtschaftlichen Handelns ab.
In Deutschland gibt es allgemein eine starke Nachfrage nach Fachkräften, in der Baubranche ist sie besonders groß und im Segment Türtechnik noch einmal größer. Funktionalen Türen wird zunehmend mehr Beachtung geschenkt. Den Beteiligten wird sukzessive klar, wie komplex das Thema und wie groß die Verantwortung ist – und wie weitreichend das Haftungsrisiko sein kann. Viele der bisherigen Lehrgangsteilnehmer haben langjährig mit funktionalen Türen zu tun; sie bezeichnen die Einordnung der Themen, die Reflexion der eigenen Arbeit, die Methodik, aber nicht zuletzt auch den Kontakt zu und Austausch mit anderen Kursteilnehmern als sehr wertvoll. Mit der Anzahl qualifizierter Fachplaner und Fachbauleiter und mit der wachsenden Sensibilisierung zum Thema Türtechnik steigt auch die Nachfrage nach Experten in diesem Themenfeld.
Ja. Ausgehend von der Überzeugung, dass niemand jemals 100 % des Wissens seines Fachgebiets haben wird, hat die DFATT die Vernetzung der Teilnehmer untereinander zum festen Bestandteil des Lehrgangs gemacht – durch das gemeinsame Format, die Gruppenarbeit und die Abschlussprüfung. Die DFATT hat erstmals 2025 ein Alumni-Treffen für alle Absolventen arrangiert, bei dem neben Fachvorträgen und Diskussionen auch ein Rahmen für das Wiedersehen und für jahrgangsübergreifendes Networking geboten wurde. Alumni-Treffen sollen künftig alle zwei Jahre jeweils Ende Mai an wechselnden Orten stattfinden.
Nach erfolgreich schriftlich bearbeiteter und mündlich „verteidigter“ Abschlussarbeit erhalten Teilnehmer entsprechend ihres Arbeitsschwerpunktes entweder das Zertifikat „Fachplaner/in für Türtechnik (DFATT)“ oder „Fachbauleiter/in für Türtechnik (DFATT)“. Das Zertifikat belegt die Teilnahme am Lehrgang, die wesentlichen Lerninhalte und das Bestehen der Abschlussprüfung.